16 Experten haben den Auftrag erhalten, in einer Regierungskommission die Krankenhausstrukturen neu zu denken. Die Ampel-Koalition hat die erste Stufe ihrer geplanten großen Krankenhausreform gezündet. Gesundheitsminister Lauterbach stellt seine 16 Experten der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung“ vor, die nun die ersten Aufschläge zur Neumodellierung der Krankenhauslandschaft liefern sollen. Vertreter der Krankenhausgesellschaften in Bund und Ländern finden sich darin aber nicht.

„Diese Kommission hat eine große Aufgabe vor sich“, meldete sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Dr. Gerald Gaß zu Wort. Sie müsse „konsensfähige und umsetzbare Vorschläge“ unterbreiten. Es gehe nicht darum, wissenschaftliche Modelle zu diskutieren, sondern tatsächliche Rahmenbedingungen für die Versorgung von 83 Millionen Menschen.

Gaß bot der Kommission an, ihr „jederzeit beratend zur Seite zu stehen. Auch die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland Bernadette Rümmelin äußerte Zweifel an der Zusammensetzung der Kommission. „Fachleute, die sich mit den Besonderheiten der realen Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen auskennen, sind in der Kommission nicht vertreten“, sagte Rümmelin. Als „überfällig“ bezeichnete die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands Dr. Carola Reimann die Krankenhausreform. „Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass auch die Beitragszahler sowie Arbeitgeber als Financiers direkt eingebunden werden“, sagte Reimann.

Sie verwies darauf, dass unter den Wissenschaftlern sieben Vertreter der Krankenhausseite zu finden seien. Dann hoffen wir mal, dass die Reform auch eine Reform für die Menschen wird und nicht nur für die Gewinnerzielung der Krankenhäuser. Die Zusammensetzung der Lauterbach Experten lässt meiner Ansicht nach nichts Gutes erahnen.