Der „Querdenker“ Michael Fritsch ist kein Polizist mehr. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover entschieden. Es folgt damit den Argumenten der Polizeidirektion, die den Rauswurf angestrebt hatte. Der 58-jährige Hauptkommissar wird als sogenannter Reichsbürger und Verteiler von Verschwörungsmythen eingestuft.

Hannover.Das Verwaltungsgericht Hannover hat am Donnerstag entschieden, den „Querdenker“-Polizisten Michael Fritsch aus dem Dienst zu entfernen. Die Polizeidirektion (PD) Hannover hatte den Kriminalhauptkommissar im August 2020 suspendiert, nachdem der 58-Jährige in Dortmund auf einer „Querdenken“-Kundgebung auftrat. Seitdem radikalisiert sich der Mann zunehmend und wird der sogenannten Reichsbürgerbewegung zugeordnet. Das Gericht sieht „keine andere Möglichkeit“ als den Rauswurf.

Die PD wirft ihm die Nähe zu Reichsbürgern, das Verbreiten von Verschwörungsmythen und das Verunglimpfen staatlicher Institutionen vor – das schade dem Ansehen der Behörde massiv. Dem folgte der Vorsitzende Richter Martin Goos: “Ein Polizist hat die Pflicht, sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung zu bekennen und dafür einzutreten.” Als Beamter habe Fritsch “ein besonderes Dienst- und Treueverhältnis”. Zwar sei auch ihm harte und zornige Kritik gestattet, aber das Maß habe der 58-Jährige überschritten. Besonders bitter laut Goos: Fast 40 Jahre lang sei Fritsch ein Polizist mit guten Beurteilungen und ohne Zwischenfälle gewesen.