Mehr als ein Drittel aller Mobiltelefone Nigerias konnten ab April keine Anrufe mehr tätigen. Denn ihre Besitzer hatten ihre SIM-Karte nicht mit „nationalen Identifikationsnummer“ verknüpfen lassen. In Afrika wird der Druck zur digitalen Identität massiv verstärkt.

Im April wurden in Nigeria mehr als ein Drittel der aktiven SIM-Karten gesperrt. Denn 73 Millionen der fast 200 Millionen sind nicht in der nationalen Datenbank der digitalen Identität registriert. Aufgrund von „Sicherheitsgründen“ kann man damit nun keine Anrufe mehr tätigen, das bestimmt neue Registrierungsgesetze, die es auch in anderen afrikanischen Ländern bereits gibt.

In Afrika wird die Digitalisierung der individuellen Identität schon länger vorangetrieben. Die „National Identity Number“ (NIN) gibt es in Nigeria bereits seit fast 10 Jahren, berichtet „Reuters“ vor wenigen Tagen. Darauf sind biometrische Daten gespeichert und die NIN wird benötigt, um wählen zu dürfen, ein Bankkonto zu eröffnen, eine Gesundheitsversicherung zu bekommen, den Führerschein zu beantragen oder den Steuerausgleich zu machen.

Bereits im Jahr 2020 kündigten die Telekommunikationsbehörde an, auch die aktiven Mobiltelefone mit der zu verknüpfen. Die Deadline wurde zunächst immer wieder um drei Monate verschoben. Bis zum 31. März dieses Jahres. Wenige Tage später konnten dann keine Anrufe mehr von nicht registrierten SIM-Karten getätigt werden.