Wenn die Regieassistentin Emilia Fester im Bundestag von einem „einfachen Schritt“ spricht und ihre Grundrechte zurück haben will, dann verkennt die Dame die Grundrechte anderer Menschen. Der Eingriff in die körperliche Unversehrtheit (Art. 2 GG) durch eine Impfung erscheint vielen Menschen als unwesentlich: ein kleiner Piks in den Oberarm. Doch eine solche Blickweise trägt nicht, denn Grundrechte schützen Freiheiten individueller Menschen.

Entscheidend ist daher die Wahrnehmung derer, die das Grundrecht in Anspruch nehmen. Es geht nicht um eine „objektive“ Beurteilung des Grundrechtseingriffs – die in Wahrheit immer die des Mainstreams ist – damit kann übrigens auch die ganze Diskussion darüber was die Impfung kann oder eben nicht kann dahingestellt bleiben, denn:

für Grundrechte kommt es auf das Selbstverständnis der Betroffenen an, welches allenfalls einer Plausibilitätskontrolle unterzogen werden kann.

Es gibt auch Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass Ihnen die Impfung gesundheitlich schadet. Aus der Perspektive ist die Impfung eben nicht ein einfacher Schritt wie Fester meint, sondern erscheint vergleichbar der Zuführung von Schadstoffen oder gar einem Gift. Eine solche Sichtweise mag vielen als absurd erscheinen, aber Grundrechte dienen eben gerade dem Schutz von Minderheiten. Eine Impfpflicht ist demnach Unverhältnismäßig um das verfolgte Ziel des Gesundheitsschutz (früher „Volksgesundheit“ genannt) zu erreichen. Als Abgeordnete des Deutschen Bundestages müssen auch sie sich, Frau Fester, über das Grundgesetz der BRD informieren. Dies muss ich auch von einer Regieassistentin erwarten können. Da nützt es auch nichts, wenn man in seiner Rede laufend ICH ICH ICH WILL ruft …